Alternativen zur Krankenzusatzversicherung

Wegen der immer weiter zunehmenden Leistungseinschränkungen der Gesetzlichen Krankenkassen entscheiden sich immer mehr Menschen für eine private Krankenzusatzversicherung. Ob eine solche Maßnahme unbedingt sinnvoll ist, bleibt aber zu bezweifeln. Viele Versicherungsnehmer glauben nach dem Abschluss einer solchen Police, sie wären den Privatpatienten von nun an gleichgestellt. Dem ist aber keineswegs so, denn mit einer Krankenzusatzversicherung werden lediglich klar definierte Leistungen dazu gekauft. Dabei handelt es sich um medizinische Behandlungsmethoden und Medikamente, die im Spektrum der Gesetzlichen Kassen nicht enthalten sind, mit einer Krankenzusatzversicherung dann trotzdem in Anspruch genommen werden dürfen. Dennoch lohnt es sich, bei den stark variierenden Angeboten der einzelnen Versicherungsunternehmen genau hinzu schauen. Die Krankenzusatzversicherung enthalten regelmäßig einen ganz unterschiedlichen Leistungsumfang. Damit ist der Vergleich Kranken-Zusatzversicherung in puncto Preis-Leistungs-Verhältnisses für Laien kaum mehr möglich. Es gibt aber noch weitere Nachteile, denn anders als bei einer normalen Krankenversicherung üblich können Hausfrauen und Kinder nicht mitversichert werden. Eine Krankenzusatzversicherung muss für jedes Familienmitglied extra abgeschlossen werden. Die Entscheidung für eine solche zusätzliche Versicherung wird häufig wegen der darin enthaltenen Erstattung von Zahnarztkosten abgeschlossen. Dabei sollte aber bedacht werden, dass diese Zuzahlung nicht den ganzen Betrag der Zahnbehandlung betrifft. Ein Teil ist weiter bei der gesetzlichen Kasse abzurechnen, ein Teil ist wahrscheinlich aus eigener Tasche zu begleichen, und etwa 35% müssen dann von der privaten Krankenkasse erstattet werden. Dasselbe gilt auch für einige andere Leistungen, die im Leistungskatalog der privaten Krankenzusatzversicherungen enthalten sind, beispielsweise im Zusammenhang mit Sehhilfen.

 

Alle Kosten medizinischer Behandlungen müssen vom Versicherten selbst vorgestreckt werden, um dann von der Kasse beglichen zu werden. Demnach nutzt die beste Zusatzversicherung nichts, wenn der Versicherungsnehmer nicht über ausreichend Barmittel für das Begleichen der Rechnung verfügt. Die Höhe der Beiträge für eine private Krankenzusatzversicherung bemisst sich sowohl am Gesundheitszustand als auch am Eintrittsalter, so dass sich die Mitgliedschaft in erster Linie für Personen unter 35 Jahren lohnt. Ältere Menschen und chronisch Kranke dagegen werden entweder gar nicht erst aufgenommen oder müssen mit astronomisch hohen Beiträgen rechnen. Beachtet werden sollte außerdem die Frist zwischen dem Beitritt zu einer privaten Kasse und der eintretenden Haftung. Meistens liegt zwischen Vertragsabschluss den ersten Kostenübernahmen eine Wartezeit von drei Monaten. Vertragslaufzeiten zwischen mindestens einem und drei Jahren binden die Verbraucher für einen längeren Zeitraum, so dass der Nutzen einer Krankenzusatzversicherung dringend zu bedenken ist. Die im Rahmen der privaten Zusatzversicherungen angebotenen Auslandskrankenversicherungen können wie fast alle anderen Bestandteile, alternativ auch einzeln abgeschlossen werden. Damit ist die gezielte Absicherung von Gesundheitsrisiken möglich und die Prämien sind höchstwahrscheinlich auch wesentlich günstiger. Manchmal lohnt es sich besonders für ältere Personen, die ansonsten in eine Krankenzusatzversicherung investierten Beträge einfach anzulegen, um höhere Zuzahlungen zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung auszugleichen.