Alternative zu Rentenfonds
Rentenfonds sind Investmentfonds, die nicht in Aktien, sondern in festverzinsliche Wertpapiere, Schuldverschreibungen oder Pfandbriefe investieren. Diese bieten ein nur geringes Schwankungsrisiko, auf der anderen Seite sind die Renditen, die in den vergangenen Jahren erwirtschaftet wurden, ebenfalls gering. Hier ist natürlich die Entwicklung am Finanzmarkt essentiell, weshalb die Wirtschaftsnews regelmässig verfolgt werden sollten. Festverzinsliche Wertpapiere sind mit einem Festzins und einer festen Laufzeit ausgestattet. Sie werden zu einem Kurs von 100% ausgegeben, die Rückzahlung erfolgt ebenfalls zu 100%. Während der Laufzeit kann dieser jedoch unter oder über 100% liegen, dies ist maßgeblich abhängig von der Entwicklung der Leitzinsen der EZB. Rentenfonds waren in den vergangenen Jahren von vielen Anlegern, die negative Erfahrungen an der Börse gemacht hatten, begehrt - besonders das Berufsfeld der Verbeamteten bediente sich dieser Geldanlage als gewinnbringende Ergänzung zur Beamtenbesoldung. Die Renditeaussichten lagen noch vor einigen Jahren, als einjährige Sparbriefe bei der Bank unter 2% p.a. brachten, zwischen 3-5% p.a. Seit dem Frühjahr 2005 wurden die Zinsen von der EZB aufgrund des positiven Wirtschaftswachstums und einer geringen Inflation jedoch wieder angehoben. Durch diese Zinsanhebungen mussten Kunden, die in festverzinsliche Wertpapiere oder eben Renten- fonds investierten, mit Kursverlusten rechnen. Hierdurch sank die Rendite, obwohl sie von den Banken weiterhin mit 5% p.a. angegeben wird, auf nicht einmal mehr 2% p.a., einige Fonds mussten auf Jahressicht sogar Verluste ausweisen. Diese Renditen wurden in den letzten Jahren immer deutlicher. Vor allem Rentenfonds, die in langfristig laufende Wertpapiere investieren, haben es schwer, eine positive Performance zu erwirtschaften.
Beim Kauf von Rentenfonds wird zudem ein Ausgabeaufschlag fällig, der je nach Gesellschaft zwischen 2,5-3,5% liegt. Vergleicht man also die Kosten mit den Renditen, liegt das Kapital für wenigstens ein Jahr ohne Ertrag, bis dann endlich der Ausgabeaufschlag wieder erwirtschaftet wurde. Auch ist in den kommenden Monaten nicht wieder mit einer Zinssenkung und somit steigenden Kursen bei festverzinslichen Wertpapieren zu rechnen. Zudem befindet sich Europa in einer Phase, in der für kurzfristige Geldanlagen ein höherer Zins gezahlt wird als für langfristige Anlagen. Auch dies ist für Rentenfonds negativ. Rentenfonds sollten grundsätzlich, aufgrund der Kosten und wegen des Schwankungsrisikos, wenigstens für 3-5 Jahre gehalten werden oder sollten sich gleich eine Rente mit guten Konditionen aus den vielen Anbietern heraussuchen. Aufgrund der oben genannten Nachteile von Rentenfonds sollten Anleger, denen hohe Sicherheit und kontinuierliche Erträge wichtig sind, auf Sparanlagen der Banken zurückgreifen. Hier erzielt man bei einer 1-Jahres-Anlage zwischen 3,5-4,5% p.a.
Die Sparbriefanlagen der Banken sind jedoch während der Laufzeit nicht verfügbar. Kunden, die verfügbar bleiben möchten, sollten Tagesgeldkonten abschließen. Diese sind vorwiegend bei Direktbanken zu finden, die Konditionen liegen hier zwischen 3,0-5,0% p.a., und das bei täglicher Verfügbarkeit und ohne Kosten.
