Alternativen zu Tagesgeld
[2] Das Tagesgeld gehört zweifellos zu den aktuell am meisten beworbenen Anlageformen. Aber was ist Tagesgeld eigentlich genau? Und gibt es dazu wirklich eine Alternative? Ist es genau so flexibel wie ein Sparbuch - ebenso wie es der Bankangestellte stets erzählt? BeimTagesgeld handelt es sich um den Austausch von Geldern zwischen zwei Banken zum Ausgleich kurzfristiger Liquiditätsengpässe. Wenn eine Bank am Abend feststellt dass ihr Giralgeldbestand sich kurzfristig erschöpft, dann kann über Nacht Tagesgeld von einer anderen Bank angefordert werden. Dieses Geld wird meist wirklich nur über Nacht oder für wenige Tage verliehen - daher der Name. Wenn Privatbürger ein Tagesgeld-Konto eröffnen, dann beteiligen sie sich direkt an diesem Markt, denn sie geben ihrem Kreditinstitut die liquiden Mittel an die Hand, auf diesem Markt als "Geldverleiher" aufzutreten. Der Zins, den das Unternehmen dabei von der schuldnerischen Bank erhält liegt wenige Zehntelprozente unter dem Zins der Zentralbanken. An den Kunden wird nun ein Teil dieser Zinsgewinne weitergegeben, wie hoch dieser ausfällt macht ein beispielsweise im Internet durchgeführter Tagesgeld Vergleich deutlich. Da sich der Zins der Zentralbanken und damit auch die Bemessungsgrundlage für die Gewinne desTagesgeldes stetig ändern, wird auch der Zins der Tagesgeldkonten in der Regel alle paar Monate angepasst. Dies ist auch schon der ersten Nachteil, denn schwankende Zinssätze machen es ziemlich schwierig mit einem festen Gewinn zu kalkulieren. Die Gelder vom Tagesgeld sind täglich verfügbar, allerdings müssen sie auch erst auf das Girokonto des Kunden überwiesen werden, was in der Regel einen bis zwei Werktage in Anspruch nimmt.
Fassen wir soweit zusammen: Das Geld ist zwar flexibel, ein fester Zins ist aber nur schwer vorherzusagen. Für denjenigen der auf die Flexibilität verzichten kann wäre hier das klassische Festgeld eine Alternative. Hierbei wird das Geld zwar festgelegt, zinstechnisch weiß man aber stets genau woran man ist. Ein nächster Punkt, den es durchaus kritisch zu beäugen gilt, ist der Zinssatz. Im Verhältnis zu klassischen Sparbüchern ist der Zins sicherlich richtig gut, denn er liegt meist bei dem etwa zweifachen bis dreifachen Wert, im Verhältnis zu anderen Anlageformen relativiert sich diese Größe aber auch wieder. Menschen die kein Problem mit ein wenig Risiko haben, wären zum Beispiel mit einer Anlage in Fonds, Immobilien-, Renten-, oder Aktienfonds, wesentlich besser beraten denn die Gewinne sind hier oftmals sehr viel höher als die Zinsen beim Tagesgeld. Sicherlich gibt es auch ein Risiko, wenn das aber bekannt ist, kann die Anlage in Fonds eine echte Alternative sein. Glauben wir den Banken, ist das Tagesgeld eine der effektivsten Methoden um sein Geld anzulegen. Diese Behauptung ist schlichtweg falsch: Tagesgeld ist sicherlich keine schlechte Anlageform, es ist aber lange nicht für jeden Anleger und jede Situation passend. Wie bei allen anderen Anlagen auch gilt es nicht zu pauschalieren, sondern die Situation des Kunden genau zu analysieren und daraufhin das passende Produkt auszuwählen. Es hilft also durchaus, sich bei all der Werbung einen kritischen Blick zu bewahren. Das Führen eines Tagesgeldkontos bietet sich demnach an, überprüfen Sie, welches sich als bestes Tagesgeldkonto bewährt hat.[4]
