Baufinanzierung im Zeichen der Finanzkrise

Da die Finanzkrise zu einem guten Teil durch faule Immobilienkredite aus den Vereinigten Staaten ausgelöst wurde, reagiert dieser Bereich des Finanzmarktes natürlich auch besonders sensibel auf die Krise. Es gibt eine spürbar vorsichtigere Haltung bei den kreditgebenden Instituten, was die Abschätzung des Risikos eines Immobilienkredits betrifft. Insofern ist es für den Kunden etwas schwieriger geworden eine Baufinanzierung zu bekommen. Stimmen allerdings Sicherheiten, Einkommenssituation und Bonität des Kunden, so sind die Konditionen, die im Moment zu bekommen sind, dank des allgemein tiefen Niveaus der Zinsen, sehr attraktiv.

Gegen den Strom – der Immobilienmarkt boomt!q
In unsicheren Zeiten geht der Trend zu sicheren Werten. Immobilien gelten als sicher, weshalb die Nachfrage vor allem nach gebrauchten Immobilien in den letzten Monaten deutlich gestiegen ist. Einzelne Kreditinstitute verzeichnen im Baufinanzierungsmarkt einen Zuwachs von 25 Prozent! Natürlich gibt es auch Gegenbeispiele. Das eine oder andere Bauvorhaben musste eingestellt werden, weil ein Investor durch die Finanzkrise in Bedrängnis geraten ist und seine Verpflichtungen nicht mehr nachkommen konnte. Insofern ist die Baubranche nicht so sehr am Boom des Immobilienmarktes beteiligt, wie man vielleicht erwarten würde, denn mit Neuprojekten sind viele, vor allem große Investoren, eher vorsichtig. Das hat für den Kunden aber wiederum die positive Auswirkung, dass die Baupreise, zusätzlich zu den günstigen Zinskonditionen, moderat geblieben sind. Das wiederum wirkt sich beim Unterhalt der gebraucht erworbenen Immobilien positiv aus. So gibt es im Moment viele Argumente im Immobiliensektor zu investieren und die Banken sind, bei aller Vorsicht in der Vergabe, auch sehr froh um dieses für sie langfristig sichere Geschäft.

Zukunftsperspektiven der Baufinanzierung
Solange die Krise andauert, werden die Zinsen stabil tief bleiben oder sogar noch weiter sinken und die Banken brauchen sich nicht im Besonderen um attraktive Konditionen zu bemühen. Mit Ende der Krise werden die Zentralbanken die Zinsschraube wieder anziehen und so auch im Markt der Immobilienfinanzierung für ein höheres Zinsniveau sorgen. Der Trend wird wieder mehr zu anderen Kapitalanlageformen führen, was sinkende Immobilienpreise bei geringerer Nachfrage nach Kredite zur Folge haben wird. In dieser Situation werden die Kredithäuser gefragt sein, antizyklisch zur allgemeinen Zinsentwicklung gerade im Immobilienfinanzierungsbereich gute Konditionen zu bieten, um ihre Produkte weiterhin an den Mann, respektive die Frau zu bringen. Allein die dann wieder anspringende Nachfrage bei Immobilien in Österreich wird den Nachfrageausfall im Immobilienhandel nicht auffangen können.

Konsequenzen für den Kunden
Für den Kunden sind – sofern er genügend Sicherheiten bieten kann – im Moment sehr angenehme Zeit für die  Baufinanzierung. Es steht nicht zu erwarten, dass sich am günstigen Zins in kürzerer Zeit etwas ändern wird. Selbst wenn das Zinsniveau ansteigt, werden sich die Banken bemühen, den Bereich Immobilienfinanzierungen so günstig als möglich zu halten, um der zurück gehenden Nachfrage entgegen zu wirken. Insofern kann man sich als Kunde jetzt ein bisschen zurücklehnen und die Zeit geben, das genau passende Objekt, zu finden die beste Gelegenheit, um es dann beim Schopf zu packen und bei besten Konditionen unter Dach und Fach zu bringen. Diskutiert wird dieses Thema auch auf www.hausbau-blog.com.