Eine Frage des Vertrauens
Geldangelegenheiten sind ein sensibles Thema und angesichts der Bankenkrise im Jahre 2008 sind viele Anleger auch heute noch verunsichert und skeptisch, denn das mühevoll Ersparte und auch das Gehalt soll sicher und ertragreich verwaltet werden. Nach dem Zusammenbruch von verschiedenen Landesbanken kam eine fast in Vergessenheit geratene Sparte wieder in das Betrachtungsschema vieler Anleger: Privatbanken - doch was zeichnet diese Bankengruppe aus?
Eine Privatbank ist, wie der Name schon sagt, unter der Schirmherrschaft von persönlich Haftenden Vorständen, wobei die genaue Bezeichnung je nach genauer Unternehmensform schwankt. Die Einlage bildet auch das Vermögen von Investoren und nicht - wie bei öffentlichen Banken, klassisches Beispiel der Sparkasse oder Landesbanken - der jeweilige Landkreis bzw. Bundesland.
Auf Grund dieser Tatsache ist gerade eine Privatbank auf die Bedürfnisse liquider Privatpersonen zugeschnitten. Durch den in der Regel besseren Scorewert dieses Personenkreises können gute Zinsen bei Darlehen angeboten werden. Dies gilt für Bau- als auch für Privatkredite gleichermaßen, jedoch sind die Voraussetzungen einen Kredit bei diesen Kreditinstituten zu erhalten schwerer, als bei öffentlichen Kreditinstituten. Da eine Privatbank ein geringeres Filialnetz besitzt als ein öffentliches Kreditinstitut oder eine Genossenschaftsbank, sind zudem die Girokonten bei der Inanspruchnahme des Onlinebankings kostenlos, Tagesgeld- und Sparkonten weisen bei einer höheren Anlagesumme überdurchschnittliche Zinsen auf. Zu beachten ist jedoch, ob im Kleingedruckten Hinweise auf einen Mindestgeldeingang oder eine Mindestanlagesumme zu finden ist.
Gerade in ländlicheren Regionen sollte jedoch darauf geachtet werden, dass eine ausreichende Versorgung mit Geldautomaten gegeben ist, da Fremdabhebungen bei einer Privatbank durchaus sehr teuer sein können. Viele Privatbanken haben sich jedoch in Verbunden zusammen geschlossen, was Bareinzahlungen an Automaten oder Schaltern von Partnerbanken und kostenlose Geldabhebungen ermöglicht. Lohnenswert ist auch ein Blick auf Zusatzleistungen wie angebotene Kreditkarten oder Wertpapierdepots, denn auch hier schneiden Privatbanken oft deutlich besser ab, als öffentliche Kreditinstitute oder Genossenschaftsbanken. In der Regel lohnt sich jedoch auf Grund der relativ strikten Vorgaben der Wechsel tendenziell eher für Personen mit einem höheren Monatseinkommen.
