Private Haftpflichtversicherung in der Finanzkrise
Die gegenwärtige Finanzkrise und die daraus erforderlichen Einsparungen können manchen Haushalt dazu verleiten, ihren Vertrag über die private Haftpflichtversicherung zu kündigen. Davon ist dringend abzuraten, da es sich bei der privaten Haftpflichtversicherung um eine der wichtigsten Versicherungen für den Bürger handelt.
Was leistet die private Haftpflichtversicherung?
Die private Haftpflichtversicherung tritt immer dann ein, wenn der Versicherungsnehmer einem Dritten einen Schaden zugefügt hat. Voraussetzung ist dabei natürlich, dass der Schadensfall nicht absichtlich herbeigeführt wurde, bei grober Fahrlässigkeit reduziert sich die Leistung der Versicherungsgesellschaft hinsichtlich der prozentualen Erstattung. Üblicherweise leistet sie dennoch gegenüber dem Gechädigten und verlangt den angemessenen Eigenanteil vom Verursacher zurück.Wenn an den Versicherungsnehmer ungerechtfertigte Ansprüche gestellt werden, hilft die Versicherung bei der Abwehr und führt bei Bedarf auch die erforderlichen Prozesse. Eine zusätzliche Versicherung ist für Halter von Hunden und Pferden verantwortlich, einige Gesellschaften schließen auch exotische Tiere von der normalen Privathaftpflichtversicherung aus; diese können dann gegen einen angemessenen Prämienaufschlag zusätzlich versichert werden. Von Kindern verursachte Schäden müssen nur dann beglichen werden, wenn das Kind die Tragweite seines Handelns erkennen konnte oder wenn der Erziehungsberechtigte seiner Aufsichtspflicht nicht uneingeschränkt nachgekommen ist. In anderen Fällen besteht seitens des Geschädigten kein Anspruch auf den Ausgleich seines Schadens, was in der Praxis häufig dazu führt, dass der Versicherungsnehmer einen Schaden trotz der gesetzlich klar definieten Nichtverpflichtung selber bezahlt, um private Konflikte mit dem Geschädigten zu vermeiden.
Einige wenige Gesellschaften bieten eine Zusatzklausel an und zahlen alle von Kindern verursachten Schäden unabhängiig von der gesetzlichen Verpflichtung. Schäden an gemieteten oder geliehenen Sachen sind in der Privathaftpflicht üblicherweise nicht abgedeckt, es können aber Verträge geschlossen werden, die das Risiko des Schlüsselverlustes oder von Beschädigungen an einer gemieteten Wohnung einbeziehen.
Mögliche Reaktionen der Anbieter auf die Krise
Die wichtigste Reaktion der Anbieter privater Haftpflichtversicherungen auf die gegenwärtige Finanzkrise besteht darin, die Kunden von einer Kündigung abzuhalten, zumal das Fehlen einer entsprechenden Versicherung leicht zu einem finanziellen Ruin des einzelnen Bürgers führen kann, der unbegrenzt für jeden von ihm verursachten Schaden eintreten muss. Verluste durch die Finanzkrise sind im Bereich der Haftpflichtversicherungen nur wenige eingetreten, da die Kundengelder höchstens kurzfristig angelegt werden. Die Anbieter sind gut beraten, Besonderheiten ihrer Leistungeh herauszustellen. Hierzu gehört neben dem Preis auch die Schnelligkeit der Abwicklung im Leistungsfall.
Mögliche neue Produkte
Da viele Kunden einer privaten Haftpflichtversicherung als Folge der Finanzkrise sparen müssen, sind entsprechende Angebote sinnvoll. Hierzu gehören in erster Linie Verträge mit einer angemessenen Beitragsrückzahlung bei Nicht-Inanspruchnahme sowie Verträge mit einer gewissen Selbstbeteiligung. Außerdem sind einige Versicherungsnehmer in bestimmten Situationen doppelt versichert, da einige Vereine eine Gruppenversicherung abgeschlossen haben. So sind alle Mitglieder des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) bei der Benutzung ihres Rades ohnehin über den Verein versichert, so dass eine Privathaftpflichtversicherung dem entsprechenden Personenkreise vergünstigte Policen anbieten kann, die das Risiko des Radfahrens nicht einschließen. Ebenfalls kann über die Einführung eines Schadenfreiheitsrabattes für die private Haftpflichtversicherung nachgedacht werden.
