Private Krankenversicherung in Zeiten der Finanzkrise
Was vor der Krise galt, gilt für die private Krankenversicherung weitgehend auch in der Krise und wird auch nach der Krise weiter gelten. Die private Krankenversicherung, aber auch eine Krankenzusatzversicherung, bietet für bestimmte Personenkreise mit höherem Einkommen eine günstigere Art der Versicherung als die gesetzliche Krankenkasse. Natürlich haben auch die Versicherungen am Finanzmarkt investiert und das bleibt nicht ohne Auswirkung auf die Bilanzen. Das Anlagekonzept von Versicherungen ist aber im Allgemeinen sehr konservativ strukturiert, so dass die ganz großen Auswirkungen auf die Gesamtbilanz nicht zu erwarten sind. Einige Versicherer haben sogar für 2008 noch einen Anstieg ihres Kapitalanlageertrags vermelden können, was sicherlich der erwähnten konservativen Finanzpolitik geschuldet ist.
Auswirkungen der Finanzkrise auf die Beiträge
Von der Ertragsstruktur her, sowie von der Entwicklung der Kundenzahlen und, wie oben erwähnt, nicht einmal von dem Engagement der Versicherer am Kapitalmarkt her sind negative Auswirkungen auf die Beiträge für die private Krankenversicherung für die Kunden zu erwarten. Der einzige Wermutstropfen im Geschäftsbereich der Versicherungen ist die Erhöhung der Beiträge durch die Rückversicherer, die sich wiederum gegen Risiken aus der Finanzmarktkrise abzusichern versuchen. Über diesen indirekten Weg steht also eine Erhöhung der Beiträge aufgrund der Finanzkrise zu erwarten, die jedoch nicht allzu drastisch ausfallen dürfte, weil die Rückversicherung in der Kostenstruktur einer Krankenversicherung einen nur relativ kleinen Anteil einnimmt.Auch das Vertrauen der Kunden ist weiterhin gegeben, wie die steigenden Versichertenzahlen in den privaten Krankenkassen zeigen. Kundenrückhalt ist eine unabdingbare Voraussetzung für das erfolgreiche Wirtschaften einer Versicherung.
Da dieses weiterhin gegeben scheint, können Versicherer und Versicherte zuversichtlich in die Zukunft blicken.
Konsequenzen für privat Versicherte
Jedermann und jede Frau, die zum jetzigen Zeitpunkt der privaten Krankenversicherung den Rücken kehrt – aus welchen Gründen auch immer – erhöht den Gewinn der Versicherungsunternehmen, denn die Altersrückstellungen, die für seine Versorgung im Alter gebildet wurden, bleiben bei der privaten Kasse und gehen nicht auf die gesetzliche über. Abgesehen davon, dass die Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse gar nicht so einfach ist, sollte sie auch gut überlagt werden. Ein erneuter private Krankenversicherung Wechsel, zurück in eine private Krankenversicherung, wird auf jeden Fall teuer. Es liegt ja in der Natur der Sache, dass man bei einem Wiedereintritt älter ist und damit in eine andere Beitragsstruktur fällt, falls man sich doch wieder anders entscheidet oder die Einkommenshöchstgrenze überschreitet. Darum prüfe wohl, wer sich lange bindet und wäge gut ab, welche Krankenversicherung langfristig für ihn die günstigere ist.
Glaubensfragen
Natürlich ist für manchen Versicherten die Frage nach gesetzlicher oder privater Krankenversicherung eine Glaubens- oder Überzeugungsfrage, sollte dies nicht reichen kann man auch die Private Krankenversicherungen online berechnen, um sich die Entscheidung zu erleichtern. Dem Einen ist das Solidarprinzip wichtiger, als ein paar gesparte Euros. Der Andere ist bereit für das breitere Leistungsspektrum der privaten Krankenkassen den einen oder anderen Euro mehr zu investieren. Der kühle Rechner aber wird sich von solchen Glaubensfragen nicht beeinflussen lassen, sondern nach genauer Untersuchung der persönlichen Lebensumstände mit spitzem Stift die langfristig günstigere Lösung errechnen und dann auch wählen.
