Festgeld - eine sinnvolle Anlage?
Festgeld bedeutet im Allgemeinen, dass ein Anleger seiner Bank einen festen Betrag für einen festen Zeitraum (oft ein oder mehrere Jahre) zur Verfügung stellt. Zu der Vereinbarung gehört, dass der Anleger während dieses Zeitraumes nicht über das Geld verfügen wird. Nur im Notfall kann der Kunde an sein Geld, muss in einem solchen Fall jedoch entweder Zinseinbußen oder sogar einen Strafzins akzeptieren. Diese Regelung ist im Kern auch schon der größte Nachteil eines Festgeldes, nämlich die mangelnde Liquidierbarkeit während der Laufzeit. Zwar erhält der Anleger eine Verzinsung, die zumeist über dem Zins für Tagesgeld liegt, jedoch muss er für die vereinbarte Laufzeit sicher sein, dass er nicht auf sein Geld angewiesen ist. Sollte dies dennoch nötig sein, verfällt der vereinbarte Zins und der Anleger hat im Endeffekt durch die Inflation eine negative Rendite erzielt. Die Festgeldangebote für ein Jahr Laufzeit reichen bei den Banken in Deutschland momentan von 4% - 4,5%. Dieser Zinssatz ist nur unwesentlich höher, als die Zinsen, die aktuell für Tagesgelder geboten werden. Die Geldmarktfonds der verschiedenen Institute erzielen derzeit eine durchschnittliche Rendite von ca. 3,9% - 4%, wohlgemerkt bei fast täglicher Verfügbarkeit (der Verkauf eines Geldmarktfondsanteils kann bis zu zwei Tage dauern). Der Anleger muss sich also fragen, ob ein Renditeunterschied von 0,5% die mangelnde Verfügbarkeit beim Festgeld rechtfertigt. Dank des nur marginalen Unterschiedes bei der Rendite sind Festgelder aktuell also eher uninteressant. Neben dem geringen Renditeunterschied ist auch die unflexible Zinsstruktur eines Festgeldes nachteilig.
Wurden zu Beginn der Anlage 4% als Zinssatz vereinbart, gelten diese auch nach Ablauf der Laufzeit. Jedoch kann es sein, dass sich die Kapitalmärkte gerade in einem Aufwärtstrend befinden, was in Kombination mit einer höheren Inflation auch vermehrt Leitzinserhöhungen der Zentralbanken nach sich ziehen kann. Steigen die Leitzinsen, erhöhen sich auch die Zinsen am Geldmarkt. Somit kann es sein, dass während der zum Beispiel einjährigen Laufzeit eines Festgeldes der Zinssatz für Tagesgeld durch die Leitzinserhöhungen ÜBER den Zins beim Festgeld steigen kann. In einer solchen Situation kann der Anleger nicht an sein Geld und bekommt zusätzlich noch weniger Zinsen als wenn er es in einen Geldmarktfonds investiert hätte. Daher empfiehlt es sich einen Festzins Vergleich durchzuführen. Aktuelle Konditionen finden Sie auf Banklupe.de. Die Renditen der Geldmarktfonds passen sich stets dem aktuellen Leitzinsniveau an und sind somit wesentlich flexibler. Gerade in einer Zeit, in der durch die Globalisierung und den allgemeinen konjunkturellen Aufschwung die Leitzinsen tendenziell steigen, empfiehlt sich auf jeden Fall eine Anlage in einem Geldmarktfonds, der seine Rendite der aktuellen Zinssituation anpasst. Eine Festgeldanlage birgt das Risiko, nicht von steigenden Zinsen zu profitieren und bindet das Kapital des Anlegers für die Dauer der vereinbarten Laufzeit. In einem Umfeld fallender Zinsen mag ein Festgeld eine interessante Anlage sein, jedoch spricht das derzeitige Kapitalmarktumfeld klar gegen eine Festgeldanlage, zumal sich auch an den Aktienmärkten genug attraktive Alternativen bieten.
Gute Alternativen zum Festgeld finden Sie hier
