Kritik an fondsgebundenen Lebensversicherungen
Langfristig Kapital zu schaffen war noch nie einfach. Einen Kredit muss man früher oder später zurückzahlen und den wenigsten Menschen ist das Talent gegeben, sich in die Wirrungen des Finanz-Dschungels hinein zu denken, deshalb ist man in der Regel auf die Mithilfe der Spezialisten angewiesen. Ist der Entschluss, monatlich mit einem festen Betrag in die eigene Zukunft zu investieren erst gefallen, dann erscheint die Kombination mit einer Lebensversicherung besonders attraktiv. Immerhin scheint damit auch die Hinterbliebenen-Vorsorge gleich eingebunden zu sein, man wähnt sich in jedem Falle auf der sicheren Seite. Fakt ist, dass die fondsgebundenen Lebensversicherungen in der Vergangenheit eine bessere Rendite erwirtschaften konnten, als die herkömmlichen KapitalLebensversicherungen. Sympathisch auch, dass hier die Spar-Anteile ausgewiesen werden müssen, somit der Versicherte offener informiert wird, was mit seinem eingezahlten Geld passiert. Wie auch schon bei den Kapital-LV ist allerdings der Nachteil besonders hoher Versicherungs-Beiträge zu beachten, mit denen es kaum gelingt einen sinnvollen Schutz für die Hinterbliebenen zu erreichen, geschweige denn, ihn in finan- ziellen Notlagen aufrecht zu erhalten. Die Bindung an einige wenige Fonds, zumal meist aus dem Bereich der Rentenfonds, deren Erträge voll zu versteuern sind, birgt auf die lange Laufzeit der Versicherungsverträge gesehen, natürlich weitere Risiken. Eine wirtschaftliche Prognose über 20 oder gar 30 Jahre zu stellen ist selbst für die Genies im Bereich der Finanzen absolut unmöglich. Die Entwicklung der vergangenen 50 Jahre heranzu- ziehen, ist dabei ein beliebtes Argument der Versicherungs- vertreter. Bedenkt man, dass in diesem Zeitraum die Folgen eines Weltkrieges, der Aufbau eines ganzen Landes, ja einer ganzen Weltwirtschaft bewältigt wurden, wird schnell offenbar, dass diese Art der Darstellung absolut unseriös sein muss. Gerade die Vertreter bringen auch einen weiteren, wichtigen Grund für die Vorsicht gegenüber einer fondsgebundenen Versicherung ins Spiel. ´
Vertreter leben von Provisionen, und so verwundert es wenig, dass die Kosten für den Abschluss des Vertrages (und nichts anderes sind Provisionen) und die späteren Verwaltungskosten die durchschnittliche Rendite gleich um mehrere Prozente senken. Zudem werden die Provisionen sofort nach Abschluss des Vertrages an den Vertreter ausbezahlt, somit zahlt der versicherte häufig über viele Monate nur diese Provisionen ein, baut praktisch keinerlei Kapital auf. Muss nun im Notfall die Versicherung frühzeitig gekündigt werden, ist noch kein Rückkaufwert aufgebaut, die bislang eingezahlten Prämien sind verloren.
Eine Empfehlung an jeden Vorsorge-Willigen kann deshalb nur lauten:
Machen Sie sich schlau, investieren Sie etwas Zeit, um hinzuzulernen. Führen Sie Gespräche mit mehreren Versicherungen, vergleichen Sie!
Lassen Sie sich Beispiel-Rechnungen vorlegen, die Auskunft über Rückkaufwerte bei vorzeitiger Kündigung geben. Lassen Sie sich nicht damit abwimmeln, dies sei rechnerisch gar nicht möglich!
Ein seriöser Vertreter wird Ihnen eine solche Rechnung jederzeit aufmachen können.
Fragen Sie nach, in welche Fonds die Gesellschaft investiert, wie weit Sie als Zahlender Einfluss auf die Auswahl nehmen können (in der Regel keinen).
Was passiert, wenn sich die Fonds nicht wunschgemäß entwickeln, ist dann ein Wechsel möglich, kann er vom Versicherten veranlasst werden?
Alternativ:
Denken Sie darüber nach, "auf eigene Faust" in Fonds zu investieren, den Hinterbliebenen-Schutz über eine Risiko-LV abzudecken. Die Mühe lohnt! Immobilienbewertung und Versicherungsschäden in Sachsen- Anhalt
Gute Alternativen zu fondsgebundenen Lebensversicherungen finden Sie hier
Weitere Informationen zu Fondsgebundene Lebensversicherung Österreich gibt es hier.
