Kritik an der Rechtsschutzversicherung

[3] In der Werbung klingt es schon verführerisch, beschränkt sich doch das Gespräch zwischen Klient und Anwältin auf eine kurze Klärung der Fakten, das Vorlegen der Scheckkarte der Rechtsschutzversicherung und die anschließende Zusicherung, nun sei "alles geklärt". Fast könnte man meinen, die Versicherung über nehme nicht nur die Anwaltskosten, sie verschaffe ihrem Kunden gleichzeitig auch einen gewonnenen Prozess. In der Praxis sieht das etwas anders aus. Zwar ist jeder Anwalt erfreut, wenn er hört, dass der Klient versichert ist. immerhin muss er nun nicht umständlich seine Konditionen erklären, einen Vorschuss begründen und einfordern, all' das wird von der Versicherung ohne weitere Nachfragen erledigt, ähnlich der start vereinfachten Abwicklung bei einem Autounfall, vorausgesetzt Sie haben eine billige KFZ Versicherung. Ganz einfach, wäre da nicht die Verpflichtung des Anwaltes, aussichtslose Fälle abzulehnen. Denn die Versicherung agiert nur dann problemlos, wenn sie sich der Mithilfe des Anwaltes gewiss sein kann. Jeder Rechtsanwalt wird sich also die Sachlage anhören, die Fakten prüfen und dann entscheiden, ob er dem Fall eine Chance gibt. Er wird auf seine Erfahrung vertrauen, Präzedenzfälle kennen, sich eventuell mit Kollegen beraten, erst dann entscheiden, ob er den Fall übernehmen will, oder nicht. Nun sind auch Anwälte nicht unfehlbar, in den USA zum Beispiel sind die Angehörigen dieser Zunft besonders häufig Anfeindungen ausgesetzt. (Zitat aus einer amerikanischen Comedy: " In New York gibt es mehr Anwälte als Ratten, aber das ist kein Wunder, denn mit Ratten wird man leichter fertig)

Auch wenn das Ansehen der Rechtsanwälte in der Bevölkerung nicht uneingeschränkt gut ist, so hat er doch - im eigenen Interesse - einige wichtige Punkte zu beachten.
- sein Standesrecht verbietet ihm (zumindest prinzipiell) seine Klienten wissentlich "ins offene Messer laufen zu lassen".
- die Rechtsschutz-Versicherung legt Wert auf objektive Beratung, wird sich ansonsten mit Empfehlungen eher zurückhalten
- auch potentielle Klienten beurteilen ihn nach seinen Erfolgen. Ein guter Anwalt ist ein Gewinner.

 

Die hier beschriebene Vorab-Kontrolle der Erfolgsaussichten bedeutet für einen Kläger, wie auch für den eventuell Beklagten in der letzten Konsequenz eine Art von Vor-Verurteilung. Lehnt der Anwalt ab, kann man zwar - per Rechtsschutzversicherung - die Unterstützung "erzwingen", wird aber damit wenig Erfolg haben. Auch die Versicherung wird derlei Vorgehen nicht begrüßen, im Falle der Wiederholung sogar Konsequenzen androhen oder ergreifen. Sagt der Anwalt unumwunden zu, die Interessen des Klienten vertreten zu wollen, so bedeutet dies ganz klar, dass er der Sache sehr große Ausschichten auf Erfolg zubilligt. In diesem Falle aber erübrigt sich die Rechtsschutzversicherung, denn bei einem nun folgenden Prozess wird der Verlierer auch die gesamten Kosten der Gegenpartei übernehmen müssen. Auf den Abschluss einer solchen Versicherung angesprochen sollte man zunächst die eigene Person, den eigenen Charakter beleuchten. Wer eher zu diplomatischen Lösungen neigt, sich in der Vergangenheit schon kompromissbereit gezeigt hat und zudem die eigene Rechtsposition gut beurteilen kann, sollte klar verzichten.
Notorische Streithammel mögen hier einen Weg gefunden haben, ihr "Hobby" fremd zu finanzieren.
In Zeiten der klaren Überlastung der Gerichte wäre es wohl angebracht, vor einer Klage immer den Versuch einer außergerichtlichen Einigung zu setzen. Neben der Rechtsschutzversicherung, gehört die Hausratversicherung ebenfalls zu einer wichtigen Versicherung. Naturmatratzen, Möbel, Küchengeräte etc. werden so gegen eventuelle Schäden abgesichert. Eine Hausratversicherung ist zur Absicherung wertvoller Gegenstände im Eigenheim sinnvoll. Immobilien bewerten - Sachverständige bewerten Fachgerecht.

 

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