Die Nachteile von Rentenfonds

Nicht immer entspricht das, was in den Medien und Zeitungen erscheint auch den Tatsachen. Viele Dinge werden verherrlicht und in den Himmel gelobt, wobei sie doch ganz anderen Tatsachen entsprechen. Oftmals wird diese Taktik aber besonders gern im Finanzbereich angewendet. Anlegern wird zu bestimmten Aktien und Fonds geraten, um Ihre Basisrente aufzubessern, obwohl sie letztendlich gar nicht den Gewinn erwirtschaften, den die Kunden eigentlich im Auge hatten. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Rentenfonds. In Rentenfonds liegen eigentlich nur Rentenpapiere. Sie enthalten fast ausschließlich festverzinsliche Wertpapiere wie zum Beispiel Anleihen von Bund, Post, Bahn, Ländern, anderen öffent- lichen Institutionen, Pfandbriefe, Optionsanleihen, Schuld- scheindarlehen und sonstigen Wert- und Rentenpapiere. Rentenfonds werden immer wieder von Banken in den Himmel gelobt, obwohl sie mehr Nach- als Vorteile haben. Zunächst ist zu beachten das Rentenfonds kein Eigentumsrecht verbriefen wie Aktien zum Beispiel. Rentenfonds sind Gläubigerpapiere, was bedeutet das der Darlehensgeber, also der Gläubiger Anspruch auf regelmäßige Verzinsung und auf 100 prozentige Rückzahlung zum vorher festgelegten Zeitpunkt hat. Da immer wieder damit geworben wird, dass Rentenfonds sehr sicher sind, fallen immer noch viele Laien darauf herein und beachten dabei nicht, dass der Ertrag sehr gering ist. Rentenfonds besitzen eine durchschnittliche Wertentwicklung, was daran liegt, dass durch die breite Streuung des Fondsvermögens Kurssteigerungen zustande kommen, die wiederum zur Steigerung einzelner Wertpapiere führen. Dabei kommt es aber nicht zu ent- sprechend hohen Steigerungen bei den Ausgabe- und Rücknahmepreisen. Eine bessere Wahl trifft man daher mit Spezialfonds wie zum Beispiel Branchen- und Länderfonds, da diese nicht der Diätenerhöhung für Abgeordnete dienen.

 

Rentenfonds sind auch deshalb nicht so geeignet, da großes Fondsvermögen sehr unbeweglich ist und sie höhere Kosten verursachen als eine Direktanlage. Untersuchungen zufolge wird in Hinsicht auf die nächsten 30 Jahre der Vorsprung von Bundesschätzen gegenüber dem Durchschnitt der Rentenfonds bei rund 1.800 Euro liegen. Um so vieles mehr bringen dem Sparer die Schatzbriefe ein, der beispielsweise 30 Jahre lang jeweils 50 Euro monatlich dafür investiert hat, im Gegensatz zum Rentenfonds, wenn er dort auch 30 Jahre 50 Euro eingezahlt hätte. Auf langer Sicht haben die Wertpapiere des Bundes fast überall ihre Vorteile. Die Rentenfonds haben dabei in erster Linie für den Anleger mit Kostenbelastungen zu tun, die bei der Investition von Staatstiteln nicht anfallen. Vom Ausgabeaufschlag, der in der Regel bei rund zwei Prozent liegt, werden sowohl Marketing und Vertrieb bezahlt, dazu kommen auch noch Managementgebühren von üblicherweise einen halben Prozent und manchmal auch noch Depotgebühren der jeweiligen Bank. Nach Sicht vieler Experten haben die Rentenfonds ab dem Jahr 2009 noch einen weiteren potenziellen Nachteil, denn nach der Einführung der Abgeltungssteuer werden auch die Kursgewinne bei dieser Fondsgattung pauschal mit 25 Prozent besteuert. Die Zinseinkünfte unterliegen dann ohnehin ebenfalls der Abgeltungssteuer. Deshalb sollte sich jeder Anleger nicht vom optischen Heiligenschein der Rentenfonds täuschen lassen, sondern lieber genau nachfragen oder gegebenenfalls einen unabhängigen Finanzexperten zu Rate ziehen, der über andere Alternativen beraten kann.

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